Wissenschaftlicher Hintergrund: Burnout (CBI)
Über diesen Test
Der CBI wurde 2005 von Kristensen, Borritz, Villadsen und Christensen als frei verfügbare Alternative zum kommerziellen Maslach Burnout Inventory entwickelt. Er zeigt gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha zwischen .85 und .91) und korreliert stark mit etablierten Burnout- und Erschöpfungsmaßen. Die Autor:innen betonen, dass Burnout kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern sich über die Zeit deutlich verändern kann – eine wiederholte Durchführung kann daher sinnvoll sein, um Veränderungen sichtbar zu machen. Die persönliche Erschöpfungs-Subskala (Fragen 1–6) wird in der Forschung auch als Screening-Hinweis auf autistisches Burnout diskutiert. Die Autor:innen selbst veröffentlichten 2004 Normierungsdaten (Borritz & Kristensen, nfa.dk): Der einzige dort publizierte klinische Cutoff ist ein Wert von 50 oder mehr Punkten als "hoher Grad an Burnout" (in der Vergleichsstichprobe des PUMA-Projekts, N≈1.900 Beschäftigte in sozialen/pflegerischen Berufen, erreichten je nach Subskala 16–22 % diesen Wert). Die untere Grenze des Bereichs "durchschnittlich" wurde zusätzlich aus den dort berichteten Mittelwerten/Standardabweichungen abgeleitet: persönlicher Burnout anhand einer repräsentativen dänischen Bevölkerungsstichprobe (N=1.498, M=32,7, SD=15,7), arbeits- und klientenbezogener Burnout anhand der PUMA-Stichprobe (Arbeit: M=33,0, SD=17,7, N=1.910; Klient:innen: M=30,9, SD=17,6, N=1.752), da für diese beiden berufsbezogenen Subskalen keine Allgemeinbevölkerungsdaten existieren.
Dimensionen
Persönlicher Burnout
Allgemeine körperliche und emotionale Erschöpfung, unabhängig vom Berufsleben.
Arbeitsbezogener Burnout
Erschöpfung, die konkret mit deiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängt.
Klientenbezogener Burnout
Erschöpfung im Umgang mit Klient:innen, Patient:innen, Schüler:innen oder anderen Menschen, die du betreust – relevant, wenn du in einem entsprechenden Beruf arbeitest.
Quellen & Lizenz
Kristensen, T. S., Borritz, M., Villadsen, E., & Christensen, K. B. (2005). The Copenhagen Burnout Inventory: A new tool for the assessment of burnout. Work & Stress, 19(3), 192–207.
Der Copenhagen Burnout Inventory ist gemeinfrei (public domain) und wurde explizit als frei verfügbare Alternative zu lizenzpflichtigen Burnout-Instrumenten entwickelt. Die deutschen Formulierungen sind eine eigene, nicht klinisch validierte Übersetzung der englischen Originalitems.
Borritz, M., & Kristensen, T. S. (2004). Copenhagen Burnout Inventory: Normative data from a representative Danish population and results from the PUMA study. National Institute of Occupational Health, Copenhagen.
Frei zugängliches Normierungsdokument der Originalautor:innen (nfa.dk). Enthält den einzigen offiziell publizierten Cutoff-Wert (≥50 Punkte = hoher Burnout) sowie die Mittelwerte/Standardabweichungen, aus denen die untere Grenze des Bereichs „durchschnittlich“ abgeleitet wurde.
https://nfa.dk/media/hl5nbers/cbi-first-edition.pdf
Ratgeber zu diesem Thema
Hintergrundwissen, Handlungstipps und druckbare Materialien.