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Wissenschaftlicher Hintergrund: GAS-7 (Gaming)

Über diesen Test

Die Game Addiction Scale wurde 2009 von Lemmens, Valkenburg und Peter für Jugendliche entwickelt und orientiert sich an den klassischen Suchtkriterien (u. a. nach Griffiths): Salienz, Toleranzentwicklung, Stimmungsregulation, Rückfall, Entzugserscheinungen, Konflikte und negative Konsequenzen. Die hier verwendete deutsche Kurzfassung mit sieben Items wurde 2016 von Khazaal und Kolleg:innen an großen französisch- und deutschsprachigen Stichproben aus der Schweiz validiert und zeigte gute interne Konsistenz. Anders als etwa beim PHQ-9 ist die GAS-7 in der Originalstudie kein Summenwert mit abgestuften Schweregraden: Lemmens et al. (2009) schlagen ein zählwert-basiertes („polythetisches“) Kriterium vor – als Hinweis auf problematisches Spielverhalten gilt, wer mindestens 4 der 7 Items mit „Manchmal“ oder öfter beantwortet (eine strengere „monothetische“ Variante verlangt dagegen alle 7 von 7 Items). Wir verwenden hier das von den Autor:innen selbst empfohlene 4-von-7-Kriterium. Problematisches Spielverhalten ist seit 2019 als „Gaming Disorder“ auch in der ICD-11 der WHO als eigenständige Diagnose aufgeführt – diese erfordert dort allerdings eine deutliche Beeinträchtigung über mindestens 12 Monate und eine fachliche Diagnostik, die dieses kurze Screening nicht ersetzen kann.

Die Validierungsstudie von Khazaal und Kolleg:innen (2016) prüfte die Kurzfassung an einer sehr großen Stichprobe aus der Schweiz (3.318 französischsprachige und 2.665 deutschsprachige Männer) und fand eine zufriedenstellende interne Konsistenz (Cronbachs Alpha = .85) sowie eine einfaktorielle Struktur in beiden Sprachgruppen. Wichtig für die Einordnung: Diese Validierungsstichprobe bestand ausschließlich aus Männern – wie gut die Kennwerte auf Frauen oder nicht-binäre Personen übertragbar sind, wurde in dieser Studie nicht geprüft.

Dimensionen

Problematisches Spielverhalten

Anzahl der Items, die mit „Manchmal“ oder öfter beantwortet wurden (0–7). Die Originalstudie (Lemmens et al., 2009) setzt den Hinweis auf problematisches Spielverhalten bei mindestens 4 von 7 Items an.

Quellen & Lizenz

  • Lemmens, J. S., Valkenburg, P. M., & Peter, J. (2009). Development and validation of a game addiction scale for adolescents. Media Psychology, 12(1), 77–95.

    Originalentwicklung der Game Addiction Scale (7-Item-Kurzversion, abgeleitet aus der ursprünglichen 21-Item-Skala).

  • Khazaal, Y., Chatton, A., Rothen, S., Achab, S., Thorens, G., Zullino, D., & Gmel, G. (2016). Psychometric properties of the 7-item Game Addiction Scale among French and German speaking adults. BMC Psychiatry, 16, 132.

    Dieser Artikel inkl. Zusatzmaterial ist unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 veröffentlicht und erlaubt uneingeschränkte Nutzung und Weiterverbreitung mit Namensnennung. Die deutsche Itemformulierung ist wörtlich aus dem als Zusatzmaterial veröffentlichten, offiziellen deutschen Übersetzungsdokument dieser Studie übernommen (keine eigene Übersetzung).

    https://bmcpsychiatry.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12888-016-0836-3
Dieser Test ist ein Selbsterkundungs-Instrument und keine Diagnose einer Gaming-Störung im Sinne der ICD-11. Er ersetzt keine fachliche Abklärung durch eine Suchtberatungsstelle, Psychotherapeutin/Psychotherapeuten oder Ärztin/Arzt. Bei Sorgen um das Spielverhalten eines Kindes oder Jugendlichen ist zusätzlich das Gespräch mit dem Kind selbst und ggf. der Schule sinnvoll.

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