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Wissenschaftlicher Hintergrund: Vanderbilt (Eltern, ADHS)

Über diesen Test

Die Vanderbilt-Skalen wurden von Mark Wolraich und Kolleg:innen auf Basis der DSM-IV-Kriterien entwickelt und in einer großen Stichprobe überwiesener Kinder validiert (Wolraich et al., 2003). Sie gehören zu den am häufigsten in der pädiatrischen Primärversorgung der USA eingesetzten ADHS-Screening-Instrumenten.

Die Validierungsstudie berichtet eine sehr hohe interne Konsistenz (Cronbachs Alpha zwischen .91 und .94 je Subskala) sowie eine Test-Retest-Reliabilität über .80. Bei der Erkennung von ADHS im Abgleich mit einer Kombination aus Lehrkraft-Einschätzung und diagnostischem Interview erreichte der Eltern-Fragebogen allein eine Sensitivität von .80 und eine Spezifität von .75 – der positive Vorhersagewert lag jedoch nur bei .19. Das heißt: Von allen Kindern, die anhand des Elternfragebogens allein auffällig eingestuft werden, bestätigt sich das bei einer ausführlichen Diagnostik oft nicht. Genau das ist der wissenschaftliche Grund, warum eine einzelne Elterneinschätzung laut Originalstudie nie für eine Diagnose ausreicht, sondern zusätzliche Quellen wie eine Lehrkraft-Einschätzung und ein klinisches Gespräch braucht (siehe Hinweis unten).

Dimensionen

Unaufmerksamkeit

9 Items zu Unaufmerksamkeits-Symptomen (Kriterium: 6 von 9).

Hyperaktivität/Impulsivität

9 Items zu Hyperaktivitäts- und Impulsivitäts-Symptomen (Kriterium: 6 von 9).

Oppositionelles Verhalten

8 Items zu oppositionellem, trotzigem Verhalten (Kriterium: 4 von 8).

Verhaltensauffälligkeiten

14 Items zu aggressivem oder regelverletzendem Verhalten (Kriterium: 3 von 14).

Angst/Depression

7 Items zu ängstlichem oder niedergeschlagenem Erleben (Kriterium: 3 von 7).

Beeinträchtigung (Schule, Familie, Soziales)

8 Leistungs-Items zu Schule, Familie und sozialen Beziehungen. Im Originalverfahren muss mindestens eines davon auffällig sein, damit ein Symptombereich als klinisch relevant gilt.

Quellen & Lizenz

  • Wolraich, M. L., Lambert, W., Doffing, M. A., Bickman, L., Simmons, T., & Worley, K. (2003). Psychometric properties of the Vanderbilt ADHD diagnostic parent rating scale in a referred population. Journal of Pediatric Psychology, 28(8), 559–567.

    Die NICHQ Vanderbilt Assessment Scale (1. Auflage, © 2002 American Academy of Pediatrics and National Initiative for Children's Healthcare Quality) darf mit Quellenangabe frei genutzt werden. Die deutschen Formulierungen sind eine eigene, nicht klinisch validierte Übersetzung der englischen Originalitems.

    https://nichq.org/downloadable/nichq-vanderbilt-assessment-scales/
Dieser Fragebogen ist als Gesprächsgrundlage für den Besuch bei einer Kinderärztin/einem Kinderarzt oder einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin/einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gedacht – er stellt für sich genommen keine Diagnose dar. Die Originalskala wird ausdrücklich nicht zur alleinigen Diagnosestellung empfohlen; hierfür sind immer Informationen aus mehreren Quellen nötig (z. B. zusätzlich eine Einschätzung durch Lehrkräfte). Bei auffälligen Werten – insbesondere im Bereich oppositionelles Verhalten oder Verhaltensauffälligkeiten – sprich zeitnah mit einer Fachperson.
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