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Wissenschaftlicher Hintergrund: Funktionsbeeinträchtigung (Kind)

Über diesen Test

Der WFIRS-P wurde von Margaret D. Weiss, Michael B. Wasdell und Melissa M. Bomben entwickelt und 2005 im Rahmen der Canadian ADHD Practice Guidelines veröffentlicht. Er ergänzt reine Symptom-Fragebögen (wie den Vanderbilt-Elternfragebogen) um eine zentrale, oft übersehene Frage: Wie stark wirken sich die Schwierigkeiten tatsächlich auf das Funktionieren im Alltag aus? Eine aktuelle Übersichtsarbeit (Weiss et al., 2018) fasst zusammen, dass Symptomverbesserung nicht automatisch mit funktioneller Verbesserung gleichzusetzen ist – ein Kind kann symptomatisch entlastet und trotzdem in einzelnen Lebensbereichen weiterhin stark beeinträchtigt sein, oder umgekehrt. Der WFIRS-P wurde inzwischen in 18 Sprachen übersetzt und unter anderem an einer deutschen klinischen Stichprobe psychometrisch geprüft (Dose et al., 2016), mit durchgehend guter bis sehr guter interner Konsistenz. Offizielle Auswertung: der Mittelwert pro Bereich (nicht die Summe), damit als „nicht zutreffend“ markierte Items die Berechnung nicht verzerren.

Dimensionen

Gesamtwert

Mittelwert über alle 50 Items, die dein Kind nicht als „nicht zutreffend“ markiert hat.

Familie

Auswirkungen auf Geschwister, Eltern und das Familienleben insgesamt (10 Items).

Lernen und Schule

Auswirkungen auf Schulleistung, Verhalten im Unterricht und Anwesenheit (10 Items).

Lebensfähigkeiten

Alltagsroutinen wie Hygiene, Schlaf, Essen und der Umgang mit ärztlichen Terminen (10 Items).

Selbsteinschätzung des Kindes

Wie zufrieden und wohl sich dein Kind aus deiner Sicht mit sich selbst fühlt (3 Items).

Gesellschaftliche Aktivitäten

Freundschaften, Umgang mit Gleichaltrigen und Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten (7 Items).

Riskante Aktivitäten

Seltene, aber potenziell folgenreiche Verhaltensweisen wie riskante Aktivitäten oder Regelverstöße (10 Items).

Quellen & Lizenz

  • Weiss, M. D., Wasdell, M. B., & Bomben, M. M. (2005). Weiss Functional Impairment Rating Scale – Parent Report (WFIRS-P). Version 2.

    © 2005 Margaret D. Weiss, Michael B. Wasdell, Melissa M. Bomben. Diese deutsche Übersetzung wird mit ausdrücklicher, direkter Genehmigung von Dr. Margaret D. Weiss für die kostenlose, nicht-kommerzielle Nutzung auf empiralis.de verwendet (Stand September 2026: „If you are not charging for this you can use it freely.“). Keine gewerbliche Weiterverbreitung ohne eigene Rücksprache mit der Autorin (margaret.weiss@icloud.com).

  • Dose, C., Hautmann, C., & Doepfner, M. (2016). Functional impairment in children with externalizing behavior disorders: Psychometric properties of the Weiss Functional Impairment Rating Scale-Parent Report in a German clinical sample. Journal of Attention Disorders.

    Deutsche psychometrische Validierungsstudie, als wissenschaftlicher Hintergrund referenziert.

  • Weiss, M. D., McBride, N. M., Craig, S., & Jensen, P. (2018). Conceptual review of measuring functional impairment: findings from the Weiss Functional Impairment Rating Scale. Evidence Based Mental Health, 21(4).

    Open Access unter CC BY-NC 4.0 – enthält u. a. den ROC-Cutoff von 0,65 (Thompson et al. 2017).

    https://doi.org/10.1136/ebmental-2018-300025
Dieser Fragebogen ist ein Selbsteinschätzungs-Instrument für Eltern/Bezugspersonen und stellt keine klinische oder diagnostische Beurteilung dar. Er ersetzt keine kinder- und jugendpsychiatrische oder -psychotherapeutische Abklärung. Bei Sorgen um das Wohlbefinden deines Kindes wende dich an eine Kinderärztin/einen Kinderarzt oder das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer (0800 111 0 550, kostenfrei und anonym).
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