Wissenschaftlicher Hintergrund: Funktionsbeeinträchtigung
Über diesen Test
Der WFIRS-S wurde von Margaret D. Weiss entwickelt und ergänzt reine Symptom-Fragebögen wie den ASRS-v1.1 um eine zentrale, oft übersehene Frage: Wie stark wirken sich die Schwierigkeiten tatsächlich auf das Funktionieren im Alltag aus? Eine aktuelle Übersichtsarbeit (Weiss et al., 2018) fasst zusammen, dass Symptomverbesserung nicht automatisch mit funktioneller Verbesserung gleichzusetzen ist. Der WFIRS-S wurde in 18 Sprachen übersetzt und unter anderem an Studierenden- und Erwachsenenstichproben in den USA, Japan und im Iran psychometrisch geprüft, mit durchgehend guter interner Konsistenz. Anders als beim Elternbericht (WFIRS-P) gibt es für den Selbstbericht bislang keine Studie, die einen wissenschaftlich abgesicherten Schwellenwert für „auffällig“ ermittelt hat – die Übersichtsarbeit von Weiss et al. (2018) nennt hierzu ausdrücklich noch offenen Forschungsbedarf. Verfügbar sind nur Referenz-Mittelwerte aus einzelnen Stichproben (z. B. Canu et al., 2016: erwachsene Studierende mit ADHS-Verdacht M=0,88, ohne M=0,35). Offizielle Auswertung: der Mittelwert pro Bereich (nicht die Summe), damit als „nicht zutreffend“ markierte Items die Berechnung nicht verzerren.
Dimensionen
Gesamtwert
Mittelwert über alle 69 Items, die du nicht als „nicht zutreffend“ markiert hast.
Familie
Auswirkungen auf Partnerschaft und Familienleben (8 Items).
Arbeit
Auswirkungen auf Pflichterfüllung, Zusammenarbeit und den Arbeitsplatz (11 Items).
Schule
Auswirkungen auf Ausbildung, Studium oder Schule (10 Items).
Lebensfertigkeiten
Alltagsroutinen wie Schlaf, Ernährung, Aussehen, Haushalt und Finanzen (12 Items).
Selbstkonzept
Wie zufrieden und kompetent du dich selbst erlebst (5 Items).
Soziales
Freundschaften, Zusammenarbeit und der Umgang mit anderen Menschen (9 Items).
Risikoverhalten
Seltene, aber potenziell folgenreiche Verhaltensweisen wie riskantes Autofahren oder Substanzkonsum (14 Items).
Quellen & Lizenz
Weiss, M. D. (2014). Weiss Functional Impairment Rating Scale – Self-Report (WFIRS-S).
© Margaret D. Weiss. Deutsche Übersetzung: H.-C. Steinhausen, Version März 2014. Diese Übersetzung wird mit ausdrücklicher, direkter Genehmigung von Dr. Margaret D. Weiss für die kostenlose, nicht-kommerzielle Nutzung auf empiralis.de verwendet (Stand September 2026: „If you are not charging for this you can use it freely.“). Keine gewerbliche Weiterverbreitung ohne eigene Rücksprache mit der Autorin (margaret.weiss@icloud.com).
https://www.caddra.caCanu, W. H., Hartung, C. M., Stevens, A. E., & Lefler, E. K. (2016). Psychometric properties of the Weiss Functional Impairment Rating Scale: Evidence for utility in research, assessment, and treatment of ADHD in emerging adults. Journal of Attention Disorders.
US-Studierendenstichprobe, als Quelle der Referenz-Mittelwerte (ADHS ≈ 0,88, ohne ADHS ≈ 0,35).
Weiss, M. D., McBride, N. M., Craig, S., & Jensen, P. (2018). Conceptual review of measuring functional impairment: findings from the Weiss Functional Impairment Rating Scale. Evidence Based Mental Health, 21(4).
Open Access unter CC BY-NC 4.0 – Quelle für den Stand der Validierungsforschung zum WFIRS-S.
https://doi.org/10.1136/ebmental-2018-300025
Was jetzt?
Der konkrete nächste Schritt: der echte Weg zur Diagnose, Anlaufstellen im Netz und vor Ort.